Frühling - ChinJulia’s WeekendMail 10/10
© 2010 Liv Ryno
ChinJulia’s WeekendMail wird nun von Claudia und Liv im Sinne unserer unvergessenen FlauschPrinzessin Julia weitergeführt.
“VorFrühling” von Rainer Maria Rilke (1875-1929)
“Härte schwand. Auf einmal legt sich Schonung an der Wiesen aufgedeckten Grau.
Kleine Wasser ändern die Betonung.
Zärtlichkeiten, ungenau, greifen nach der Erde aus dem Raum.
Wege gehen weit ins Land und zeigen’s.
Unvermutet siehst du seines Steigens Ausdruck in dem leeren Baum.”
Ein wunderschönes Gedicht das die Sehnsucht nach Frühling melancholisch schwingen läßt. Nach diesem langen Winter ist der Wunsch auf den Duft des Frühlings besonders groß. Heute war die Nacht wieder bitterkalt -10 °C, über allem lag weißer Raureif und das obligatorische Scheiben freikratzen ist schon zu einer Art Frühsport geworden.
Zumindest schien die Sonne auf dem Weg ins Büro und als erstes freute sich unser kleines FamilyHundeMädchen auf den Morgenspaziergang mit mir. Raus in die Sonne, das Thermometer zeigt aber immer noch -5°C an, also den Schatten meiden.
Gefroren haben wir nicht, denn das Spiel mit dem Ball hielt uns beide in Bewegung und warm. Plötzlich blieb Jessy wie festgewachsen stehen und schaute auf die Wipfel der kahlen Bäume - Nanu?
Da rauschten sie heran 3, 5 nein 7 Eichelhäher ließen sich im Geäst eines halbwüchsigen Baumes nieder und wir konnten diese schönen gefiederten Gesellen aus nächster Nähe sehen. Besonders interessant war der Sound des Eichelhähers, ungewohnte Töne. Übrigens gehören diese Vögel zur großen Gruppe der Krähenvögel.
Die kleine Spatzenkolonie, die sich in den Büschen niedergelassen hatte, war mucksmäuschenstill und setzte erst dann das Konzertgezwitscher fort als die Eichelhäher in den nahe gelegenen Wald verschwunden waren. Jessy schaute immer noch wie gebannt auf diesen kleinen Schwarm und wäre bestimmt gern hinterher gelaufen.
Was man so alles am Rande einer Großstadt entdecken kann , man muss es nur sehen - die Bäume, noch kahl, bald werden die Knospen aufbrechen und zarte Blättchen drängen an die Sonne. In diesen schönen grünen Baumkronen beginnt dann ein emsiger Nestbau der Baumbrüter, von einem vielstimmigen Vogelkonzert begleitet - Leben kehrt ein.
Genießen wir diese schöne Zeit des zarten Naturerwachens mit Aufmerksamkeit, Respekt und Dankbarkeit - die Schönheit der Natur ist nicht selbstverständlich.
(geschrieben am 9. März 2010)
© 2010 Liv Ryno

