Eine Gewitternacht 54/2009

Abgelegt unter: ChinchillaStorys - Julia — Liv at 3:48 pm on Donnerstag, Juni 25, 2009

© 2009 Liv Ryno

Nach einem arbeitsreichen Tag, wir hatten viel geschafft im Büro und im Atelier, freuten wir uns auf den gemütlichen Tagesausklang mit einem schönen Buch. Draußen zog eine Gewitterfront heran, ach die macht eh wieder einen Bogen um die Stadt waren unsere Gedanken. Aber dieses mal weit gefehlt, es fing mit einem leisen grummeln an, die Wolken schienen am Himmel fest zuhängen. Eine Seite des Himmels war ganz hell und die andere Hälfte mit sehr dunklen anthrazitfarbenen Wolken verhangen. Faszinierend wie die Natur ihre ganz eigenen Bilder malt, eine schöne Inspiration.

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Wir entschlossen es uns mit unserer Lektüre im Bett gemütlich zu machen. Das Gewitter kam einfach nicht in Gang, ab und an zuckte ein Blitz in der Ferne – sonst passierte diesbezüglich nichts. Nach einer Weile waren wir müde, Julia bekam ihre Gute Nacht Streicheleinheiten und viel schmusen, Licht aus – und Ruhe.

Dachten wir, kaum war das Licht aus polterte es draußen heftig aus den Wolken, Blitze zuckten jetzt ganz nah gefolgt von einem minutenlangen Donnern – war schon etwas ungewöhnlich für unseren Landstrich. Trotzdem finden wir Gewitter faszinierend, schon wegen unseres einmaligen Panoramablickes. Blitze leuchteten intensiv und ziemlich lang am nächtlichen Himmel, was schon eine kleine gespenstige Szenerie hatte.

Plötzlich saß Julia auf meinem Kopfkissen und begehrte mit viel Nachdruck  Einlass – laut schimpfend zwickte sie mal eben in die Nase, zog am Shirt, zerrte an der Bettdecke – o.k. kleine ChinLady dann mal husch unter die Decke. Zufrieden wuschelte kuschelte sie sich zwischen meinen Beinen ein, nicht ohne mich hier und da zu zwacken – hej leg dein Bein mal so hin usw. Endlich kehrte Ruhe unter der Decke ein und wir schliefen trotz des nun heftigen Gewitters rasch ein.

Nach einer kurzen Weile wurde ich von Julia geweckt, sie hatte den Ausgang gesucht und war dabei unter mein Shirt geraten und kam geradewegs vor meinem Gesicht zutage – toll die langen Barthaare im Gesicht zu haben. Julia dachte auch gar nicht großartig daran, sich in ihr ChinLadyApartment zu begeben, nein sie saß auf meiner Brust, richtete sich auf und schaute zum Fenster – im selben Moment blitzte und krachte es heftigst (das war garantiert ein Blitzeinschlag in einem Baum – die Spuren sind bei einem Parkspaziergang gut zu sehen) und Julia drehte sich um, schob ihr Köpfchen unter die Decke, ruderte mit den Hinterbeinchen um ja schnell in ihre schützende „Höhle“ zu kommen.

Na gut, ist nicht zu ändern – der nächste Versuch in den Tiefschlaf zu gleiten. Keine Chance mit diesem zarten ChinMädel unter der Decke. Sie kam immer wieder mal raus um beim nächsten Blitz wieder einen Spurt mit paddelnden Beinchen hinzulegen, dabei machte mein Kinn Bekanntschaft mit der ChinKraft die in den Hinterbeinchen steckt – Autsch.

Für den Rest der Nacht gab ich mich erst gar nicht der Illusion auf einen erholsamen Schlaf hin, es wurde höchstens ein Halbschlaf im Dämmerzustand ständig in Hab-acht-Stellung wenn Julia hervorschaute. Schwups, der ChinKringelschwanz verschwand flugs in gewohnte Richtung. Irgendwann wird sie schon müde und auf ihr Schlafbrettchen zu ihrem Kuschelteddy hüpfen. Mit diesem Wunschgedanken lag ich weit neben der Realität. Julia dachte überhaupt nicht daran das Kuschelnest zwischen den Füßen zu verlassen.

Es wurde still, sehr still unter der Decke, kein gewuschel mehr, dafür lag unsere Flauschprinzessin gemütlich schlafend auf meinem Oberschenkel – schön warm wird sie sich gedacht haben. Beruhigt versuchte ich nun in dieser Lage zu schlafen und mich so wenig wie nur möglich zu bewegen.

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Der Himmel wurde vom herannahenden Sonnenaufgang leicht golden gefärbt, da erwachte ich mit schrecklichen Rückenschmerzen ob dieser für mich unbequemen Schlafstellung (jeder der schon mal eine Nacht flach auf dem Rücken liegen musste, weiß wovon ich hier schreibe). Der erste Gedanke galt natürlich unserer Julia, sie lag inzwischen zwischen Oberkörper und Arm zusammengerollt und ließ sich nicht stören. Ob ich eine halbe Drehung probiere? Vorsichtig bewegte ich mich und schaffte es so den Rücken zu entspannen.

Nächster Versuch, wenigstens noch eine Stunde Schlaf bis zum Wecker klingeln zu bekommen. Da raschelte, wuselte es unter meiner Decke und ein verschlafenes ChinKöpfchen kam zum Vorschein, Julia blinzelte und entschloss sich das es in unserem Bett doch am schönsten ist, flugs kehrt gemacht, mich wieder in die für sie passende Stellung gebracht und genehmigte sich ihren Schönheitsschlaf.

Der Wecker signalisierte uns, dass es Zeit war aufzustehen um den Tag frisch und munter zu beginnen. Ha ha von frisch kann keine Rede sein, geschweige denn munter – außer unserer FlauschPrinzessin Julia, sie kam ausgeruht und neugierig hervor, wuselte zur morgendlichen Begrüßung in meinem Gesicht herum – Wimpern-  und Augenbrauenpflege so wenig Fell an euch Menschen – danach wühlte sie sich durch die Haare, hoppelte gemütlich in ihr Apartement und ließ sich ihr Frühstück schmecken.

Wir hingegen tapsten schlaftrunken zur Kaffeemaschine um ein tiefbraunes Lebenselixier zu brauen, mit dessen Hilfe der Start in den Tag gut klappte.

Unsere Julia hat schon einige dieser Naturschauspiele erlebt, sie suchte zwar immer die Nähe ihrer Menschen, so eine extreme Reaktion wie in dieser Nacht gab es bisher noch nie. Als es Tagsüber ein kleines Gewitter gab, schaute Julia mit großen Kulleraugen unter dem Bettüberwurf hervor um im nächsten Augenblick flink den Rückwärtsgang einzulegen. Nun stand fest, unsere kleine FlauschPrinzessin Julia hat Angst vor diesen heftigen Naturgewalten.

Natürlich bekam unsere Julia in der Folgezeit die Möglichkeit bei bedarf Schutz in der Betthöhle zu finden, das ganze mit intensivem Kuschelfaktor für Julia und uns.

Exklusiv für ChinCitta

© 2009  Liv Ryno

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