Kerzenschein mit Nebenwirkungen - Julius und ChinJulia 46/2007

Abgelegt unter: ChinchillaStorys - Julia — Liv at 4:31 pm on Montag, Januar 29, 2007

© 2007  Liv Ryno

Nach diesem aufregenden Sommer mit viel Hitze, … vielen Abenteuern an der Spree und auf dem Reiterhof mit Julius’ großer Freundin Laila – deren Pferd Bella und A Shanti – kam so langsam aber sicher der Herbst daher. Mit Regen, trüben Tagen und viel Wind, der die Blätter von den Bäumen wehte und am Boden mit ihnen raschelnd spielte. 

                     a-shanti.jpg   ausritt-2006.jpg

Julius und ich gingen jetzt gern Sonntags ins Planetarium, da sitzt man trocken, warm und lernt obendrein etwas über das WeltAll mit seinen Sternen und Planeten. Julius nahm den gebotenen Lernstoff sehr gut auf und beteiligte sich rege, wenn die Dozentin Fragen zum Gesehenen stellte. So wurde einmal gefragt, wie der „Knochen“ genannt wird – Julius meldete sich als Einzigster, kam dran und antwortete klar und deutlich „Planetariumsprojektor“ – o.k.! Alle anderen Kinder staunten nicht schlecht, was der Knirps da fließend von sich gab. Julius war richtig stolz.

 Nach solchen Erlebnissen machten wir es uns zu Hause kuschelig und redeten noch über das eben gesehene Programm im Planetarium. Nachmittags wurde es rasch dunkel und wir zündeten zum Vesper Kerzen an, vorzugsweise Teelichter im Salzkristall und Kerzen auf hohen Kerzenständer.

Diese riefen natürlich unseren neugierigen Chinchilla auf den Plan. Sie war schon die ganze Zeit im Wohnzimmer und lauschte mit gespitzten Ohren, was Julius und ich so sprachen. Das da nun auch noch Kerzen angezündet wurden, ein Highlight für die Pelznase. Schwupps saß sie auf dem Tisch und sah sich um. Mmmh leckere kleine Kekse, bäh Kaffee und Kakao – da schüttelte sie ihren Kopf, schnappte sich ein Keks und schnurpselte ihn genüsslich auf.

                                                  ahm-der-docht-ist-noch-da-5109.jpg

So, nun gucke ich mir mal diese leuchtenden Dinger an. Ehe ich etwas sagen konnte, war ihr Köpfchen über dem Salzkristalllicht und es passierte das, wo vor ich sie nicht mehr bewahren konnte.

Es brutzelte, knisterte, roch merkwürdig und unsere ChinJulia schimpfte, fuhr mit den Vorderpfötchen immerzu über den nicht mehr vorhandenen Wunzenbart unter ihrem Mäulchen lang. Zur Beruhigung der Leser, die langen Wunzen waren nicht versengt, auch keine Haut etc.

Trotzdem saß uns der Schreck in den Gliedern. Wir trösteten unser Fellherzchen, sie war selbst erschrocken über das was geschehen ist und merkt es sich hoffentlich, wenn ich demnächst sage „Nein, Nein“.

                                                  schnupperschnupper.jpg

Julius krabbelte ChinJulia hinterher, sie „schlurfte“ mit dem Mäulchen ganz flach über dem Fußboden – weil ihr die feinen Wunzen zum Tasten bzw. Abstand halten fehlten. Der Trost von ihrem Julius tat ihr sichtlich gut und ChinJulia kuschelte sich ganz dicht an ihren kleinen Freund. 

                                                  q.jpg

Irgendwie sah es putzig aus, auf der anderen Seite tat uns unsere kleine süße ChinJulia leid. Auf dem Laminat sah es noch merkwürdiger aus, aber niemand konnte darüber lachen. ChinJulia hatte das Mitgefühl ihrer Menschen. 

Die versengten Wunzen sind mittlerweile nachgewachsen und die kleine Pelznase macht einen respektvollen Bogen um offenes Kerzenlicht. Wir stellen auch keine brennenden Kerzen mehr in ihre Reichweite. Nicht umsonst heißt es:  “Messer, Schere, Licht gehören in „Chinpfötchen“ nicht ….! 

© 2007  Liv Ryno

1 Kommentar »

869

Kommentar von Claudia

12. November 2008 @ 15:19

Hallo Liv,

wieder eine wunderbare Abenteuergeschichte aus Deiner Familie inklusive Fellprinzessin. Ich kann Euch den Schreck nachempfinden. Eigentlich liebe ich Kerzen, aber so schnell konnte ich damals gar nicht schauen und die superneugierige Pelznase, Bibou, war schon mit der Nase dran gewesen. Genau genommen nahm ich erst seinen verdutzter Blick, und das Schäuzchenschlürfen über den Tisch wahr. Ich hin zum meinem Liebling, weil ich nur instinktiv wahrgenommen hatte, daß was Komisches passiert war, aber was genau? Naja, erstmal die kleine Pelznase hochnehmen und checken. Irgendwie nix ungewöhnliches??? Also schmuse ich erstmal den kleinen Racker ab und denkt mir noch was riecht denn da so angekokelt? Mein Chinchilla! *super schreck*. Der guckte allerdings so frech bei der näheren Begutachtung, als wäre es meine Schuld, dass er nun diesen komischen Gestank um die Nase hat. Die stellte sich nämlich raus, hatte nur noch auf einer Seite die langen Barthaare. Auf der anderen Seite, waren die Barthaare auf rund 2 cm abgeschmolzen und am Ende zu Stöpsellocken gekringelt. *Herzstillstand* Chin Bibou nahms jedoch gelassen und setzte gleich seinen Leckerlie Blick auf. Schliesslich muss so ein Chinny (Halter) Drama am besten süß verarbeitet werden.
Die Barthaare wuchsen auch wieder ganz normal nach, Schnäuzchen und Umgebung waren eh vollkommen unbeeinträchtigt. Nur mein New Yorker Appartment verlor etwas an Romantik, da es von dem Zeitpunkt an kaum noch in Kerzenschein erstrahlte. Dafür suchte Bibou sich neue Unfugquellen. Awww…

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag. TrackBack-URI

Einen Kommentar hinterlassen

XHTML: You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <code> <em> <i> <strike> <strong>