Heimwerker ChinJulia 45/2007
© 2007 Liv Ryno
Ab und an gibt es auch in einem Künstlerhaushalt „grobe“ Heimwerkerarbeiten zu erledigen. Z.B. Löcher in Betonwände bohren, dass ist jedes Mal ein Kraftakt – für Mensch, Maschine und für ChinJulia eine arge „Nervenprobe“. Die empfindlichen ChinOhren tun ihr bestimmt weh.
Aber wie ChinJulia nun mal ist – neugierig - vor allem will sie überall mitmachen, da kennt sie keine Schmerzen und erträgt dieses martialische Geräusch, vor dem sogar wir Menschen am liebsten Reißaus nehmen würden.
Einmal hatte ich sie zu ihrem Schutz in ihr Transportkörbchen gesetzt, ringsherum Kissen und Decken platziert, um den Geräuschpegel zu dämpfen. Die Rechnung hatte ich ohne ChinJulia gemacht. Sie stellte eindeutig klar, dass sie auf eine derartige Fürsorge gern verzichtet und zerlegte mal eben das Türchen von ihrem Transportkorb.
Also ließ ich ihr ihren Willen und wir mussten beim Heimwerkeln noch zusätzlich auf unseren Chinchilla Acht geben, weil sie überall herumwuselte. Selbst die Leiter erklomm sie triumphierend und wir mussten uns vorsehen, der Kleinen nicht auf ihre Pfötchen zu treten. Schwierig, wenn ChinJulia einem direkt auf die Fersen – im wahrsten Sinne des Wortes – folgte. Da stand man auf der Leiter, wird von einem kleinen Fellwuschel in Schach gehalten und am Abstieg von der Leiter gehindert.
ChinJulia ließ sich auch nicht bestechen, es war einfach zu toll dort oben, die Aussicht und alle waren besorgt, dass sie ja nicht abstürzt. Soviel Aufmerksamkeit musste ChinJulia einfach genießen und auch voll auskosten.
Der Werkzeugkoffer entpuppte sich als wahres Eldorado für die neugierige Pelznase. Sie wühlte mit einer Begeisterung darin herum und wenn das Werkzeug für sie tragbar war, schleppte sie es weg – unters Bett. So verschwand ein Werkzeug nach dem anderen, bis ChinJulia an den Hammer geriet. Höchst interessant das gute Stück. Unser Wollknäul mühte sich redlich, den Hammer irgendwie aus dem Koffer heraus zubekommen. Er war aber zu schwer und so unhandlich. Sie schimpfte und hüpfte ganz aufgeregt hin und her, weil dieses Ding da sich nicht anheben ließ. Wir amüsierten uns köstlich, nur die kleine Pelznase nicht.
ChinJulia blubberte vor sich hin und schnappte sich dann ganz gefrustet ein Stückchen Holz, was wir ihr gaben und sie knabberte es kurz und klein. Danach war ihre Wut verraucht und sie hielt entspannt Ausschau nach dem nächsten Abenteuer.
Hm, ja was sind das für kleine Stöpsel, die da liegen und meine Menschen in die Wand stopfen? Vorsichtig äugte sie aus sicherer Entfernung und kam dann scheinbar gelangweilt und uninteressiert näher. Wir ahnten schon was kommt und nahmen die kleineren Dübel und Schrauben weg, damit sie sich nicht verletzt oder diese verschluckt. Kaum hatten wir diese entfernt, saß unsere süße Pelznase da und schnappte sich einen – Holzdübel – den wir extra zur Ablenkung für sie hingelegt haben.
O.k. dachten wir, aber ChinJulia, wäre ja nicht ChinJulia, wenn sie damit zufrieden wäre – Holzdübel im Mäulchen, links und rechts in den Vorderpfötchen je einen Plastikdübel und los ging es im Zwei-Hinterbeinchen-Lauf oder –Hüpf – nur nicht die Beute fallen lassen.
Wir prusteten vor Lachen laut los und unser Wollknäuel guckte uns aus großen fragenden Kulleraugen an. Es sah einfach skuril aus, wie sie versuchte drei Sachen gleichzeitig zu transportieren.
Diese Anstrengung und unser Lachen waren zuviel für die kleine sensible Pelznase, sie verzog sich unter den Bettüberwurf, nachdem sie ihre „Beute“ nacheinander unterm Bett deponiert hatte. Dort befand sich mittlerweile ein ansehnliches Sammelsorium verschiedenster Gegenstände aus dem Werkzeugkoffer. Ganz klar, dass unser kleines Fellherzchen nun sehr müde war und schlafen wollte.
So wird bei uns das Heimwerkeln für ChinJulia immer wieder ein neues spannendes Unterhaltungsprogramm mit echtem Outdoor-Faktor.
© 2007 Liv Ryno




