Creme, Bürste, Kamm … 40/2006

Abgelegt unter: ChinchillaStorys - Julia — Liv at 10:04 am on Freitag, November 3, 2006

© 2006  Liv Ryno

Wir Frauen lieben es, uns jeden Morgen schön zu machen, um ansehnlich und attraktiv in den Tag zu starten. Nur so fühlen wir uns wohl in unserer Haut.

ChinJulia sieht mir dabei, auf der Kommode - vorm Spiegel sitzend, sehr gern zu. Die kleine Pelznase schnuppert an jedem Cremetöpfchen und dann wieder an meinem Gesicht.

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Das Spiegelbild ihrer Pflegemama erkennt ChinJulia. Nur über den anderen Chin, der dort auf der Kommode aus dem Spiegel schaut, wundert sie sich bestimmt. Meistens ignoriert sie ihr eigenes Spiegelbild.

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Wenn ich mit dem zurechtmachen fertig bin, wird ChinJulia sanft mit einer kleinen Babybürste gebürstet. Dazu klappt sie die Ohrchen extra runter, damit ja ihr Köpfchen ordentlich ausschaut. Bäuchlein und der Rücken wird „frisiert“, am Schwänzchen mag sie das gar nicht, den ringelt ChinJulia weg und gibt einen leisen „ejh“ Laut von sich. Soll soviel wie – ej, nicht dort, das kitzelt – heißen. Tja, und dann müssen wir Körnchen verdienen. Bis Nachmittag, kleine Pelznase.

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Ja, bis Nachmittag, manchmal dauert es eben länger, nur ChinJulia hat dafür absolut kein Verständnis. Womit hat sie diesmal ihren Unmut darüber ausgedrückt?

Na ganz einfach, ChinJulia hat mal eben sämtliche Cremetöpfchen, Deo, Parfüm, Spiegel und andere Kosmetikartikel nach unten befördert. Das muss gescheppert haben, ganz nach dem Geschmack von ChinJulia. Die thronte natürlich mit einem unschuldigen Augenaufschlag auf dem Bett – ich? Ich habe geschlafen – ehrlich! Könnt ihr glauben! Hm, na es ist ja nichts kaputt, also alles wieder an seinen Platz gestellt – fertig.

Mittlerweile waren alle in ihre Feierabendbeschäftigungen vertieft, da polterte es im Zimmer. Noch mal und noch einmal …. Na guck’ einer an, ChinJulia hat die Langeweile gepackt und sie sich mit Deo-runter-schubsen vertrieben. Jetzt ist es aber genug kleine Pelznase. Sie merkte dass wir mit ihrem „Spiel“  nicht einverstanden waren.

So weit so gut. Eine Weile tat sich diesbezüglich nichts, kein Deo-Weit-und-runter-Wurf. Bis wir alle wieder ein mal einen Familienausflug ins Kino gemacht haben, Julius hatte  sich diesen Film unbedingt gewünscht. Natürlich musste unser FamilienChin zu Hause bleiben, es gefiel ihr gar nicht als wir uns anzogen. Ständig flitzte sie zwischen uns hin und her, es war schwer sie in das Zimmer zu bekommen. Schnell den Gazevorhang vor und Tschüß süßes Wollknäuel. ChinJulia guckte durch die Gaze und versuchte irgendwo einen Durchschlupf zu finden – da habe ich gründlich vorgesorgt.

Nach einem lustigen Kinobesuch kamen wir gelöst und lachend nach Hause. Julius wollte gleich seiner kleinen Freundin von dem Film erzählen und löste den Gazevorhang. Plötzlich quiekte er – Emy komm’ doch mal! Was ist denn nun schon wieder? Irgendetwas mit unserem ChinJulia? Nein – ihr geht es gut, wie ich mit einem Blick sehen konnte, nur ein wenig komisch sah sie aus.

Warum? ChinJulia hatte in unserer Abwesenheit einen kreativen Schub und hat die Creme (ich lege die Cremedosendeckel immer nur locker auf, mache also nie fest zu – Anm.d.Aut.) „gleichmäßig“ verteilt.

Wie? Ja, wie – wir versuchten ihre Vorgehensweise zu rekonstruieren, was natürlich mit viel Gelächter passierte. Zumal ChinJulia überall Creme anhaften hatte. Also unsere Version, wie es wirklich war kann nur ChinJulia selbst erzählen und da wir das Möff Möff auch nur deuten können, muss man mit dem Vorlieb nehmen, was wir für Geschehen halten.

Unsere Kleine wird schmollend auf die Kommode gesprungen sein, macht sie übrigens gern – von dort hat sie direkten Blickkontakt zu meinem Arbeitsplatz – und hat gelangweilt rum geschnuppert. Da und dort angestoßen, mal hier und da die Zähnchen hinein geknipst. Dabei wird der Deckel der Cremedose heruntergefallen sein, freier Zugriff für die neugierige Pelznase und es schnuppert nach ihrer Pflegemama, da kann es nicht verkehrt sein. Mit den Pfötchen wollte sie bestimmt nur mal schubsen, aber Creme ist nun mal sehr softig – flutsch wird ihr kleines Vorderpfötchen tief in den Cremetopf verschwunden sein.

Bäh, was ist das und ChinJulia tapst mit dem Cremepfötchen herum und rutscht folglich aus. Plumps – die Creme wird überall verteilt, auch im Fellchen von ChinJulia. Überall die kleinen Cremetapsen und am Spiegel, was uns echt erstaunte. Hat sie versucht ihr Spiegelbild mit Creme zu verjagen?

Wir wissen es nicht. Jedenfalls hatten wir ganz schön zu tun, unsere süße ChinJulia von der Creme zu befreien. Sie leistete dabei Hilfe, indem sie immer wieder in ihr Sandbad hüpfte und sich ordentlich wälzte. Trotzdem sah sie noch einige Zeit etwas zerrupft aus, ganz und gar nicht wie eine ChinLady eher wie ein ChinRupfHuhn.

Pst, nur nicht laut sagen, sonst ist sie wieder beleidigt. Jedenfalls sind seitdem sämtliche Cremedosen etc. fest verschlossen. Dafür beschäftigt sich ChinJulia weiterhin gern auf der Kosmetikkommode, es muss wohl am Duft liegen, schließlich ist sie ja eine ChinDame und die duften bekanntlich immer lecker. Vor allem sind sie seeeehr gepflegt – genau wie unsere kleine eitle ChinJulia.

Mittlerweile sieht sie wieder richtig schmuck aus und findet es toll, wenn Julius sich kämmt, sie auch gleich bürstet. Nur eincremen muss er sich allein, da schaut sie lieber aus respektvollem Abstand  zu und schnuppert hinterher am gut riechenden Julius.

Kleine Dichtung für unsere ChinLady:

Creme, Kamm und Puderdöschen gehören nicht in ChinchillaPfötchen. Die Creme macht das Fellchen ganz fettig und das heißt dann putzen ganz heftig. Weil ihr das nicht gefällt, ChinJulia sich von Kosmetik ferne hält.

Räusper mh na ja, ist keine Paradedichtung deshalb :) bis zum nächsten „Kosmetiktermin“ von ChinJulia

© 2006  Liv Ryno

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