Technikfreak ChinJulia 36/2006

Abgelegt unter: ChinchillaStorys - Julia — Liv at 9:54 am on Freitag, November 3, 2006

© 2006  Liv Ryno

Alles was ChinJulias Menschen in der Hand hatten oder haben ist für sie hochinteressant, zumal die Gegenstände nach ihren vertrauten „Zweibeinern“ schnuffeln.

So macht sie sich schon mal über die Fernbedienungen her, es war für ChinJulia wie ein Sport uns diese Teile zu entführen und sie in ChinART zu verwandeln. Sie knabberte die kleinen Gummitasten ab und ließ sie zerbröselt zurück, dabei ging ChinJulia systematisch vor – erst die ganz kleinen, dann die großen Tasten. Ein schönes ChinDesign, derart gestaltete Fernbedienungen sind eine Rarität – ehrlich! Nur die Bedienfähigkeit der Fernbedienungen lässt ein wenig zu wünschen übrig, man muss schon über eine ausgefeilte Feinmotorik verfügen und ein gutes Gedächtnis, wenn die Tastenkennung aufgedruckt war und nicht darunter stand, erkannte niemand mehr deren Funktion. Ratespass für die ganze Familie und wir kommen ganz gut damit zurecht.

ChinJulia ihre Neugier auf Neues ist grenzenlos und ständig ist sie auf Suche nach Wegen, wie sie an das avisierte Objekt ihrer ChinBegierde kommen kann. Da dient schon mal eine große Palme als Kletterhilfe für die Bergziege ChinJulia, um auf die Schrankwand zu gelangen. Dort befindet sich ja Technik vom Feinsten, ganz nach dem Geschmack von unserem TechnikfreakChin. Die ganzen CD’s lagen auf dem Boden als wir nach Hause kamen. Ansonsten wäre niemand auf die Idee gekommen, dass ChinJulia dort oben ihren Schabernack getrieben hat.

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Waren nur die Silberscheiben zu Boden geschubst worden? Nein auch diese Fernbedienung hat jetzt ein ChinART Design, war das schon alles?

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Oberflächlich gesehen ja, ein Blick hinter die Anlage belehrte uns eines Besseren. Da hat diese kleine dreiste Pelznase ganze Arbeit geleistet. Sämtliche dünnen Kabel, die breiten Bänder die am Steuerteil der Anlage waren und die Kabelverbindung – allesamt durchgeknabbert. Au backe, das wird teuer.

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Wo ist der kleine wuschelige Übeltäter? An meiner Stimme erkannte ChinJulia schon das ein „Donnerwetter“ auf sie wartet und kam natürlich nicht unterm Bett hervor. So bin ich auf den Boden und da saß sie, wie immer gaaanz unschuldig.

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Als ich sie etwas barsch ansprach, drehte sich ChinJulia einfach um. Bäh meckere doch rum, mich geht das nichts an, ich höre im Moment echt schlecht! Nach ein paar eindringlichen Nein, nein und „böse“ gucken beließ ich es dabei. Die Kabel sind wieder repariert und eine Kletterpartie kann ChinJulia auch nicht mehr machen, denn anstelle der großen Palme steht dort jetzt eine Kleine.

Ein Telefon und Anrufbeantworter braucht jeder Haushalt, das sind Dinge auf die wir keinesfalls mehr verzichten möchten. ChinJulia auch nicht. Der Anrufbeantworter war sehr interessant, jedes Mal wenn sie darauf sprang, dudelte der kleine Kasten sämtliche Nachrichten runter. Wenigstens einer der sich mit ChinJulia in unserer Abwesenheit „unterhält“ – wird die kleine Pelznase sich gedacht haben. Stolz präsentierte sie auch uns ihr Können, nein – wir wurden per Zufall mit den Ansagen berieselt, als wir gar nicht damit rechneten, nämlich mitten in der Nacht. Unsere Freude über diese Urausführung eines echten ChinSketches hielt sich verständlicherweise in Grenzen.

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So weit so gut. Die Kabelage vom Anrufbeantworter ließ ChinJulia seltsamerweise in Ruhe, dafür musste das Telefonkabel dran glauben. Das zerknabberte sie nicht nur einmal, nein sie produzierte uns ein nettes Kabelpuzzle für einen unterhaltsamen Familienabend – bei Spiel und Spaß. Den „Spaß“ hatte ich an dem Abend, denn wo bekomme ich zu so später Stunde noch ein passendes Telefonkabel her? Also machte ich mich daran, dass Kabel notdürftig – natürlich unter ChinJulias wachsamen Kulleraugen – zusammenzubasteln. Es funktionierte sogar! Bis …zur nächsten Knabberattacke, es dauerte nicht lange und ChinJulia knipste das Telefon aus. Hm, darum hatte diese süße Pelznase so aufmerksam zugesehen, wollte mal was auf ihre Art „reparieren“. So ein kleines ChinMädchen. Alles muss vor ihr versteckt werden, überall wo es ging verschwanden die Kabel hinter Leisten. Leider klappte das nicht bei allen Kabeln, z. B. von Tischlampen etc. ein Stück schaut heraus und ChinJulia ist zur Stelle.

Dann „erlegte“ ChinJulia noch meinen antiken PC, Ersatzkabel dafür zubekommen, aussichtslos und eigentlich zwecklos. Technikfreak ChinJulia geriet dann doch an „ihren Meister“ in Form von einem Adapterkabel. Zum Glück hatte sie bislang keinen Stromschlag abbekommen, die Folgen wären dramatisch und ich möchte es mir auch nicht vorstellen. Jedenfalls knabberte sie das Adapterkabel, von einem Gameboy, an und ehe ich einschreiten konnte, gab sie einen Warnschrei von sich und hielt die Vorderpfötchen am Mäulchen, rubbelte, putzte, kratzte und schüttelte sich. Sie hat Strom zu spüren bekommen, wie aus einer Batterie und das hat ihr schon gereicht. Das blanke Entsetzen stand ihr in den Kulleraugen, die weit aufgerissen waren und mich Hilfe suchend anblickten. Ich nahm mein Wollknäuel in die Hände und spürte ihr kleines Herzchen hämmern. Tröstend redete ich mit ihr, hielt ihr ein schwarzes Kabel hin und sagte Neeeiiin! Als ChinJulia das Kabel sah, versteckte sie ihr Köpfchen in meiner Armbeuge – wenn ich das nicht sehe, ist es auch nicht da. Das hat gesessen, dass war „erzieherisch wertvoll“. ChinJulia machte seitdem einen Riesenbogen um jedes schwarzes Geschlängel, es könnte ja ein garstiges Kabel sein und wir brauchen uns keine Sorgen mehr, bezüglich Strom führender Kabel,  zu machen.

Kleiner Nachsatz: Da ChinJulia trotzdem gerne knabberte, verpasste sie kurzerhand, ganz gefahrlos, meinem Autoschlüssel ein ChinJulia-Autogramm, in Form von zwei wirklich gelungenen Zähnchenspuren. Danke kleine Pelznase!

© 2006  Liv Ryno

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