Haushaltsarbeit für ChinJulia 38/2006
© 2006 Liv Ryno
Jeder kennt Haushaltsarbeiten, die einem weniger Spaß machen und es gibt wiederum Arbeiten im Haushalt, die wir am liebsten ganz laange liegen lassen würden. Am Rande bemerkt, Fensterputzen ist die undankbarste Hausarbeit für mich, kaum bin ich fertig – regnet es anschließend.
Nun gut, so wird jeder seine „Achillesferse“ in puncto Haushaltsarbeiten haben. Unsere ChinJulia kann Fensterputzen auch nicht leiden, da sie Häuschenarrest bekommt. Sie sitzt hinter den Gitterstäben, mit den Vorderpfötchen hält sie sich am Gitter fest und guckt mich vorwurfsvoll an. Geht es ChinJulia nicht schnell genug, wird noch randaliert.
Sie beginnt, ihre Einstreu aus dem Häuschen zu befördern, schaut dabei ab und zu ob ich auch ja hinsehe, was sie so treibt. Sage ich dann noch Nein, Nein, wird sie richtig mobil. Ganz nach der Devise, jetzt ärgert sich meine Pflegemama und da werde ich noch eine „kleine Kohle“ ins Feuer legen. Ich putze schon wie ein Teufel und unsere ChinLady fegt mit den Pfötchen ihren Futternapf leer und als Zugabe wirft sie ihn scheppernd runter.
Der Blick aus ihren dunklen Kulleraugen wird immer flehender. Hallo kleines ChinMädchen, auch Fenster müssen ordentlich gereinigt werden und das braucht seine Zeit. Da hilft es auch nicht wenn du alles durcheinander wirfst. Sie ist außer sich vor Wut, beißt richtig wütend in ihre Sitzbrettchen und nun muss auch ihr kleiner Teddybär dran glauben. ChinJulia sitzt auf ihm drauf und rupft an dem kleinen Ding, nachdem sie ihn im hohen Bogen nach unten befördert hat, fliegen gleich noch ihre Kuschelkissen und das Pipituch hinterdrein.
Leicht außer Atem, sitzt sie wieder da wie ein unschuldiger „Sträfling“ und fixiert mich mit ihren Knopfaugen. Ich komme ordentlich ins schwitzen, dass putzen des großen Fensters artet in Akkordarbeit aus. Dann ist es soweit, fertig, jetzt bin ich außer Atem und gehe schnell zu ChinJulia.
Ich öffne das Türchen und sie schoss wie aus der Pistole hinaus und sprang gleich ins Bett – weiche Landung inklusive. Nachdem sie erst einmal ein paar Runden geflitzt ist, beruhigte sich unser kleines Wollknäul wieder. Puh, anstrengend für Mensch und Tierchen, deshalb ist Fensterputzen bei uns so unbeliebt.
Alles andere geht einem leicht von der Hand, zumal ich Unterstützung von ChinJulia bekomme. Ja, richtig gelesen. Die kleine Pelznase geht richtig ran. Früh, wenn der Wecker uns aus Süße Träume reißt, kommt sie von ihrem Hochbettchen geklettert. Reckt sich ordentlich und guckt was ihre Pflegemama macht. Bleibe ich noch liegen, auweia – da habe ich garantiert einen Fellpuschel im Gesicht, die einem lautstark einen Guten Morgen wünscht.
Also rasch aus dem Bett heraus. ChinJulia geht frisch und munter ans Werk, ihre Kuscheldecke und ihr außer Haus Pipituch, die unterm Bett liegen – kommen langsam geschubst und gezogen zum Vorschein. Unser Süßes Wollknäuel ackert mit einer Begeisterung und hat sie es ganz vorgezerrt, ist sie Stolz und bekommt ein dickes Fein.
Anschließend wird ihr Häuschen aufgeräumt, Pipituch runter, Kissen und Teddybär kommen ins Sandbad – genauso wie ChinJulia. Fein gemacht kleines ChinMädchen und Danke. Jetzt beginne ich meine Aufräumarbeiten, unsere Pelznase wuselt immer noch mit rum und beobachtet alles was ich mache ganz genau.
Gefällt ihr die Anordnung in ihrem Häuschen nicht, fliegt alles im hohen Bogen wieder raus. Meistens lege ich ihr nur das Pipituch richtig hin, alles andere sortiert ChinJulia allein nach ihren Bedürfnissen. Wenn die Wasserflasche mit leckerem Gänsewein und die Näpfe mit frischem duftenden Futter gefüllt sind, ist unser Wollknäul glücklich und zufrieden.
Nach so viel Anstrengung hat sie sich das Frühstück redlich verdient und wir sitzen alle auf dem Boden, ChinJulia springt von einem zum anderen, knabbert zwischendurch etwas und schaut neugierig, was ihre Menschen so in den Schüsselchen haben. So manche Haferflocke und Rosine verschwindet in ChinJulia’s Bäuchlein.
Dann heißt es wie jeden Tag, Abschied bis zum Feierabend. Unser ChinLiebling verschwindet schnell unter dem Bettüberwurf, damit sie uns nicht so traurig hinterher sehen muss. Gute Nacht kleines ChinMädchen und Danke für deine Haushaltshilfe.
© 2006 Liv Ryno







