Böller am Jahresanfang – Hiiilfe 34/2006

Abgelegt unter: ChinchillaStorys - Julia — Liv at 10:26 am on Freitag, Oktober 20, 2006

© 2006 Text: Liv Ryno/Claudia Mooser

Unser kleines ChinMädchen hat sich ganz gut an die Geräusche des Alltags gewöhnt. Anfangs war es sehr schwierig, jeder für sie undefinierbare Laut erschreckte die Kleine und sie verschwand ruck zuck in einem ihrer Verstecke.

Laute Musik, Filme usw. gibt es bei uns sowieso nicht, denn es wäre dem Tier gegenüber unfair. Mit ihren großen Ohrchen würde sie dröhnende Lautsprecher doppelt so laut hören wie wir Menschen.

Deshalb verzichten wir auf eine derartige Geräuschkulisse und genießen unser Familienleben ruhiger und vor allem mit unserem Fellherz ChinJulia.

Nun gibt es aber den Brauch das Neue Jahr mit Feuerwerk und diversen Knallfröschen zu begrüßen. Wir betätigen uns nicht als Feuerwerker und beschränken uns nur auf das Zusehen, zumal es nicht gerade ungefährlich ist selbst zu zündeln.

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Seit ChinJulia bei uns ist, sind wir während des Freudenfeuerwerks meistens damit beschäftigt unseren ChinLiebling zu beruhigen und zu trösten. Das kennt bestimmt jeder Tierbesitzer, dass unsere kleinen Lieblinge so ziemlich verstört und ängstlich auf dieses alljährliche Ritual reagieren.

Den allerersten Jahreswechsel verbrachten wir mit einer Riesensuchaktion und alle Erwachsenen krabbelten auf allen Vieren durch die Wohnung, das sah bestimmt echt belustigend aus. ChinJulia hatte sich vor der Knallerei versteckt – im Wäschekorb unter einem Handtuch. Ungewöhnlich, weil zu einfach, sonst versteckt sie sich besser. Trotzdem haben wir erst eine Weile gesucht, umso größer war das Hallo als das kleine ChinMädchen stolz von ihrem Finder präsentiert wurde.

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In den nächsten Jahren sorgten wir schon prophylaktisch für ein geschütztes Versteck, so dass wir uns und ChinJulia die Suchaktion ersparten. Wir räumten ein unteres Fach im Kleiderschrank komplett aus, legten eine Kuscheldecke, kleine Kuschelkissen und ihren geliebten Miniteddy hinein, zu guter letzt bekam sie noch ein Tuch, damit sie darunter krabbeln konnte. So gerüstet sahen wir dem Mitternächtlichen Spektakel gelassen entgegen.

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Kurz bevor der Countdown begann lockten wir ChinJulia in das Versteck, die Fenster waren schon vorsorglich mit Rollos abgedunkelt worden, so dass sie einen rundum Schutz hatte. Unsere Pelznase genoss diese Zuwendung mitten in der Nacht und hüpfte bereitwillig in ihren persönlichen „Antiknallschutzraum“, kuschelte sich genüsslich ein, knabberte noch ein Leckerli und war ganz entspannt.

Draußen begann mittlerweile die Neujahrsbegrüßungszeremonie mit lautem Krachen, Zischen, Pfeifen und mittleren Explosionsgeräuschen. In ChinJulia’s „Schutzraum“ kam diese Geräuschkulisse  nur gedämpft an, es war zwar ungewöhnlich, aber nicht angst erregend für unsere kleine ChinJulia.

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Wir sahen dem bunten Treiben am Mitternächtlichen Himmel gemütlich vom Balkon aus zu, in der Gewissheit, dass es unserem FamilienChin gut geht. Nachdem alles vorbei war und auch die ausdauernsten Feuerwerksenthusiasten endlich keine Munition mehr hatten, kehrte wieder Ruhe ein. Zeit um den verbliebenen Rest der Nacht, schlafend zu verbringen – dachten wir.

ChinJulia saß brav in ihrem Häuschen auf dem Hochbett, natürlich mit ihrem Teddybären und wir lagen im Bett. Endlich schlafen.

Plötzlich gab es draußen ein Solofeuerwerk, da hatte wohl jemand den Jahreswechsel verschlafen und holte jetzt das Versäumnis nach. Nebenbei schockte er ringsherum alle die, die schon zu Bett gegangen waren. Unentwegt knallte es, die Raketen zischten eine nach der anderen gen Himmel.

Unsere ChinJulia war erschrocken über diesen plötzlichen Geräuschüberfall auf ihre Ohren. Sie kam hektisch aus ihrem Häuschen gesprungen und flitzte ziellos im Zimmer umher. Schnell Licht anmachen und die Kleine einfangen, sie flog mir förmlichst in die Hände. Das kleine Herzchen pochte heftig gegen meine Finger, beruhigend streichelte ich sie. ChinJulia wollte nur noch eins, schnell verstecken – schwups war sie unter der Bettdecke verschwunden.

Vorsichtig sah ich nach und da lag sie, guckte total verängstigt mit riesengroßen Kulleraugen. Also ließ ich sie in Ruhe, irgendwann wird der verspätete Feuerwerker mit seinem Neujahrgruß fertig sein.

Es dauerte für uns eine kleine Ewigkeit bis der Unentwegte endlich Ruhe gab, er muss einen beachtlichen Vorrat an Feuerwerk gehabt haben, aber auch dieser geht bekanntlich mal zu Ende.

Ruhe, Stille, kein Knall stört mehr die Ruhe der Nacht. Ich setzte ChinJulia wieder in ihr Häuschen, sie nahm ihr  „Hochbett“ (ein besonders breites Holzbrett und gemütlich eingerichtet; Anm.d.Autorin) freudig in Besitz, schnappte sich ihren Teddy und wuschelte sich in ihre Lieblingsecke ein. Alle fanden, in der nun kurzen  Nacht, ihren wohlverdienten Schlaf.

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So sorgten wir, dass der Jahreswechsel für unsere ChinJulia ohne Stress abläuft und ist das Fellherz glücklich sind wir es auch.

© 2006 Text: Liv Ryno/Claudia Mooser

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