ChinJulia beim Tierarzt (3) 17/2006
© 2006 Liv Ryno
Unser kleines Wollknäuel kam eines Tages langsam humpelnd aus ihrem Versteck heraus.
Nanu kleine Pelznase was hast du? Sie machte auch einen ganz niedergeschlagenen Eindruck die Kulleraugen guckten traurig der ganze kleine ChinKörper sprach eine eindeutige Sprache - hier stimmt etwas nicht!
Vorsichtig nahm ich unser Fellherzchen auf den Arm, sie zuckte zusammen - also muss sie starke Schmerzen haben. Da sie nicht wie sonst gelaufen ist, sondern eher angeschliechen kam, vermuteten wir eine Verletzung an den Pfötchen. Sanft tastete ich erst die Vorderpfötchen ab - nichts, alles in Ordnung. Bei den Hinterpfötchen angekommen, bebte der kleine Körper als ich an das rechte Gelenk kam, behutsam versuchte ich zu ertasten ob da ein Knochenbruch vorlag.
ChinJulia zitterte am ganzen Leib ich nahm sie so auf den Arm, dass sie es bequem hatte und das schmerzende Hinterbeinchen entlastet war. Erschöpft kuschelte sie sich an mich und schloss die Augen.
Kleines ChinMädchen da müssen wir wohl zum Tierdoktor nur die können dir optimal helfen. Ich setzte ChinJulia in ein weiches Kissen und bereitete schnell ihr Transportkörbchen vor. Diesmal ließ sie sich ohne viel aufhebens hineinsetzen und schon waren wir unterwegs.
Bei jeder Straßenunebenheit kniff sie die Augen vor Schmerz zusammen. Beim Tierdoktor angekommen meldeten wir uns an und warteten. Diesmal nicht lange.
Eine Tierärztin war in der Sprechstunde. Die Sprechstundenhilfe nahm ChinJulia in einen “Antizappel- und Antibeißgriff” ich sagte ihr, dass unsere Pelznase noch nie gebissen hat und es auch nicht tun wird. Jedenfalls beugte sich die Tierdoktorin über meinen Pelzliebling und tastete zielsicher am rechten Hinterbeinchen. Ein leiser Schmerzton kam von ChinJulia mehr aber auch nicht.
Die Diagnose lautete: Prellung und nachfolgende Entzündung im Gelenk des rechten Hinterbeinchens. Nur gut das es kein Knochenbruch war, aber so eine Prellung und Entzündung ist auch schmerzhaft zumal das Gelenk geschwollen ist und heiß war.
Es wurden wieder mal zwei (!) Injektionen aufgezogen, eine mit Traumeel und Prednisolon gegen die Schmerzen und die Entzündung, die andere mit Vitamin B-Komplex-Lösung.
ChinJulia erduldete die beiden Spritzen ohne auch nur einen Ton von sich zu geben, aber ich sah meinem kleinen Fellherzchen an dass sie litt. Nur raus hier waren unsere Gedanken im Duett. Wir bekamen noch zwei Tabletten Traumeel mit, wovon sie täglich eine halbe aufknabbern muss.
Jetzt aber schnell bezahlen und ab nach Hause. Schon im Auto entspannte sich ChinJulia die Schmerzen wurden durch die Spritzen rasch gelindert. Zu Hause legte ich unser Wollknäuel in ein weiches Kissen sie rollte sich zusammen und schlief erschöpft ein. Nach einigen Stunden in tiefem Schlaf probierte ChinJulia ihr Beinchen aus, noch waren die Schmerzen zu groß und so begnügte sie sich mit sitzen.
Am nächsten Tag bekam sie die erste halbe Tablette, zu meinem großen Erstaunen knabberte sie diese begeistert auf und guckte erwartungsvoll. Nein, mein ChinMädchen mehr gibt es nicht. Das Gelenk im Hinterbeinchen heilte relativ rasch, zumal sich ChinJulia instinktiv daran hielt nicht so viel zu laufen und zu springen. Ganz im Sinne der tierärztlichen Verordnung und ich stellte fest, dass unser ChinJulia gern ihre Medizin nimmt, sie wartete schon täglich darauf.
Bald war unser süßes Wollknäuel ganz die “Alte”, frech und munter eroberte sie sich tägliche Neues, aber sie war vorsichtiger geworden und wartete bei unbekannten Höhen lieber auf ihre Menschen die dann als “Fahrstuhl” fungierten.
© 2006 Liv Ryno

