ChinJulia ist verschwunden 13/2006
© 2006 Liv Ryno
ChinJulia und ihre unendliche Neugier. Überall steckt unsere kleine Pelznase seine Pfötchen rein um nachzusehen ob es dort etwas zu entdecken gibt. Da wird sich gereckt und gestreckt es sieht putzig aus wenn sie so in ihren “Fellhosen” da steht.
Kommt sie nicht durch lang machen an das Objekt ihrer Begierde, wird es mittels Sprungtechnik sondiert. Hüpf, hoch und mit einem eleganten Salto wird der Abgang zelebriert. Irgendwie schafft sie es immer ihren Kopf durchzusetzen. So muss es auch gewesen sein als ich nach kurzer Abwesenheit nach Hause kam und ChinJulia mir nicht entgegen sprang.
Auch rufen half nichts, keine Chintypischen Laute als Antwort wie sonst - absolute unheilvolle Ruhe. Ich wurde zunehmend unruhig, dass ist sehr ungewöhnlich für unsere Kleine. Ein Angstgefühl machte sich breit. Mein ChinJulia bitte zeige dich.
Ich suchte Raum für Raum ab ob sie sich eventuell ein neues Versteck gesucht hat - ging eigentlich nicht da die Zimmertür während meiner Abwesenheit geschlossen ist. Jetzt wurde ich hektisch und bekam Panik aus Sorge um unseren kleinen pelzigen Liebling.
Noch mal nachdenken, hm mein Blick fiel auf die Kommode neben dem Kleiderschrank. Die Cremtöpfchen, Spiegel und andere Kosmetikutensilien waren ein beliebter “Spielplatz” unserer ChinDame. Alles lag typisch nach ihrer Art und Weise durcheinander, dass konnte nur ChinJulia gewesen sein. Und hatte sie nicht letztens ihr Köpfchen in den Spalt zwischen Wand und Schrank gesteckt?
Sie war nur wegen meines energischen Nein, Nein davon abgehalten worden eine Expedition in diesen Spalt zu starten. Sie wird doch nicht …! Schnell flog alles von der Kommode, ich schob diese zur Seite um zu sehen ob sie dahinter gekrabbelt ist. Nein war sie nicht. Schweiß stand mir auf der Stirn, mit der Taschenlampe leuchtete ich in den Spalt zwischen Schrank und Wand - und da steckte unser ChinLiebling.
Es muss die Hölle für das kleine Fellherzchen gewesen sein, nicht vor, nicht zurück, nichts ging mehr. Ich hatte die Befürchtung, dass sie erstickt weil sie nicht richtig in dieser Enge atmen konnte. Sie guckte auch verzweifelt zu mir hoch. Ich sprach sie an um zu sehen wie sie regiert.
Beim Versuch sich zu bewegen rutschte die Kleine aber nur noch tiefer in die Enge. Allein schaffe ich das nicht. Also habe ich schnell Andrea geholt Julius kam gleich mit, er weinte bitterlich als er sah in welcher Lage sich seine kleine Freundin befand. In Windeseile leerten wir den Kleiderschrank damit er nicht so schwer ist.
Einer musste den Schrank vorsichtig nach vorne ziehend ankippen und festhalten, der andere nach ChinJulia sehen und sie nach vorne holen. Der 1. Versuch misslang! ChinJulia hatte in ihrer misslichen Lage Andrea regelrecht angefaucht und dann lauthals mit ihrer restlichen Kraft protestiert - bis nur noch ein heiseres Krächzen zu hören war.
Jetzt war Eile geboten. Platzwechsel und ich nahm einen Staubwedel zu Hilfe weil ChinJulia prompt in die andere Richtung ausbüxen wollte. So ließ ich den Puschel nach vorne schnippen sie bekam einen sanften Klaps auf ihr Hinterteil, was sie ihrerseits veranlasste laut schimpfend hinter dem Schrank vorzuklettern. Julius fing seine kleine Pelzfreundin ein.
Erschöpft machte ChinJulia es sich auf seinen kleinen Ärmchen bequem und kuschelte sich an ihren Retter. Julius wollte sie auch nicht mehr hergeben.
An diesem Tag wurden sämtliche Ritzen und Spalten, die ein Neugierpotential wecken könnten, verschlossen. Das gesamte Zimmer war somit endgültig Chin sicher und im Rest der Wohnung wurden ebenfalls eventuelle Gefahrenquellen beseitigt.
Ein vergleichbares Ereignis passierte zum Glück bis zum heutigen Tage nicht mehr. ChinJulia hört brav auf unser Nein und akzeptierte es widerwillig - man könnte doch vielleicht; Neeeiiin -! Das war eine Episode von der wir sehr oft sprechen und unser ChinJulia sitz da, guckt: “War was?”. …
© 2006 Liv Ryno

