Versteht uns unsere ChinJulia? 18/2006

Abgelegt unter: ChinchillaStorys - Julia — Liv at 1:05 pm on Freitag, September 29, 2006

© 2006 Text: Liv Ryno/Claudia Mooser

Als unser kleines Fellherz noch ein Baby war, reagierte sie kaum auf unser rufen. Sie ließ sich aber durch leises zureden beruhigen.

Wir haben eifrig sämtliche Chinchillaliteratur für Halter, die es im Buchhandel vereinzelt gab, studiert um etwas über das Wesen der kleinen Wollknäuel zu erfahren. Darin wurde uns suggeriert, dass ein Chinchilla nicht lernfähig ist und immer distanziert bleibt. Hm nun  ja, unsere ChinJulia scheint all das zu widerlegen. Jedenfalls ist sie nicht lernunfähig und hören kann sie sehr gut, ähm wenn sie nicht gerade ihr Dickköpfchen hat.

Jedenfalls beschäftigten wir uns intensiv mit ihr und sie sich mit uns. Jeder “beschnupperte” jeweils den anderen und allmählich wuchs das Vertrauen bei ihr und wir verstanden die Sprache ihrer Augen und ihres Körpers. Sie fing bald an auf ihren Rufnamen “Julia” zu hören und zu reagieren. Es war putzig wie sie ihren Namen annahm und heranhoppelte als ich sie rief. Jedes mal wenn sie auf Zuruf ankam lobte ich die Kleine mit “fein”, was sie wiederum veranlasste freudig umher zuspringen.

Langsam erweiterte ich ihren “Wortschatz” erkundete worauf sie reagiert und wie. An ihrem Verhalten konnte man deutlich erkennen, dass ihr diese Art und Weise der Beschäftigung sehr zusagte. Sie wartete schon immer ungeduldig, dass ich mit ihr spiele und dabei Neues für sie “einbaue”.

Das allerschönste für mich war als ChinJulia anfing in ihrer “Sprache” zu “antworten”. Mit der Zeit gelang es mir herauszubekommen welche Töne sie zu welchem Ereignis von sich gibt. Wenn sie schlecht geträumt hat macht sie ein Geschrei, dass einem die Haare zu Berge stehen lässt da hilft nur beruhigend auf ChinJulia einzureden und sie zu streicheln.

Früh morgens wenn der Wecker seine Schuldigkeit getan hat und wir nicht gleich aus dem Bett springen gibt es ordentlich Gemecker von ChinJulia zu hören und sie springt ins Bett um uns zu vertreiben. Nettes Spielchen am Morgen.

Hat sie Respekt vor etwas gibt sie leise Töne von sich die anzeigen sollen - Ich bin doch klein, tue mir bitte nichts. Streicheln wir ChinJulia zu heftig kommt ein hustenartiger Ton - Nicht so doll bitte! Kommen wir beim knuddeln an eine Körperregion wo es kribbelt gibt es ein leises ehmmmm zu hören - Ej lass das!

Dazu noch ihre Körpersprache und ihre ausdruckvollen Knopfaugen die sehr fordernd, frech, verlegen und schmachtend schauen können. Je nach Bedarf setzt sie diese “Waffen” einer ChinDame rigeros und erfolgreich ein. Wer kann da schon widerstehen? Wir jedenfalls nicht! Es macht auch Spaß zu sehen, welch ein Erfolg die Arbeit mit dem Chinchilla gebracht hat.

Damit waren für uns die Buchthesen schon mal widerlegt. Unsere ChinJulia ist intelligent und will das auch nutzen. Wir mussten nur ihre Fähigkeiten erkennen und ihren Spieltrieb ausnutzen der Erfolg war uns garantiert. 

So haben wir ihr beigebracht ihr kleines Geschäftchen auf einem, extra für sie hingelegtes saugfähiges, Tuch zu machen. Anfänglich gab es dieses und jenes kleine Malheur, hatte sie es aber richtig “gemacht” bekam sie ein “fein” zu hören. Beim nächsten Mal klappte es dann umso besser. Mittlerweile ist sie so daran gewöhnt, dass nichts mehr daneben geht.

Fazit: auch ein Chinchilla kann “erzogen” werden was aber für seinen Halter heißt, dass er sich intensiv mit seinem kleinen Liebling beschäftigen und auseinandersetzen muss. Die Chinchillas danken es ihrem Menschen mit ihrem liebenswerten Wesen.

© 2006 Text: Liv Ryno/Claudia Mooser

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