ChinJulia wird zum “Gourmet” 3/2006

Abgelegt unter: ChinchillaStorys - Julia — Liv at 2:02 pm on Freitag, August 25, 2006

© 2006  Liv Ryno

Unser ChinMädchen hat nicht nur besondere Spielneigungen, nein sie entwickelte sich auch zunehmend zum Gourmet was ihre Kost betrifft.

Wir hatten zu dieser Zeit noch einen Wellensittich, dieser war uns schwer verletzt von einer Nachbarin gebracht worden. Ihre Katze wollte den kleinen Vogel zum Mittag “verspeisen”, die Nachbarin konnte den kleinen Flattermann gerade noch retten leider war der Flügel irreparabel geschädigt und er war zudem total verängstigt. Wir nahmen ihn in Pflege und gaben ihm den Namen Max.

Er gewöhnte sich schnell durch viel liebevolle Zuwendung ein und von unseren Schultern aus konnte er auch alles gut überschauen. Oder er spielte Fußgänger und erschreckte Victor - ein persischer Rennmausmann - indem Max sich vor ihm mit ausgebreiteten Flügeln aufbaute und Geier spielte. Flupp weg war Victor.

Julia hingegen ließ sich von Max gar nicht beeindrucken, sie beschnupperte ihn ausgiebig und zupfte ganz vorsichtig an seinem Schwänzchen - was hat der denn da? Piiiiep - Max gefiel dieses gar nicht, seine dunkelblauen prächtigen Schwanzfedern waren sein ganzer Stolz und da durfte nur sein Schnabel ran. Also umgedreht, Schnäbelchen auf und erst mal gedroht - komm’ mir ja nicht zu nahe. ChinJulia saß seelenruhig da und guckte sich das ganze an: Na mach’ mal nicht so viel Wind mit deinen Flatterflügeln Kleiner! 

Julia rückt noch ein Stückchen heran um Mäxchen im vorbei schleichen einen - Schubs mit dem Vorderpfötchen zu verpassen. Max kippte auf die Seite rappelte sich schnell wieder hoch und tippelte schimpfend weg.

Victor hatte sich mittlerweile auf meine Hand gerettet und begutachtete diese Szene aus sicherer Distanz. Seit seine kleine Rennmaus Partnerin im Mausehimmel ist haben wir nach einer neuen Partnerin für ihn gesucht. Leider ist es schwer diese persischen Rennmäuse zu bekommen da sie selten gehalten werden obwohl das sehr liebenswürdige Tierchen sind.

Statt dessen ist nun ChinJulia bei uns eingezogen. Victor fand ja Julia auch ganz nett bis sie seinen Futternapf entdeckte, schnupperte - das ist ja was ganz anderes als ich bekomme. Na so was, unerhört und vor allem wieso bekommt “der” Apfel und Löwenzahn? Das schmeckt mir auch sehr gut also mampf ich das doch glatt auf. Schmatz…

Hm was ist denn da noch so? Bäh, was ist das, wieso ist das so schlabberig? Da unser Victor schon fast 5 Jahre alt war und er nicht mehr so gut knabbern konnte bekam er jeden Tag etwas Brei den er genüsslich schlabberte. Daran war Julia nun geraten, dass kommt davon wenn man seine ChinNase in andere Näpfe steckt.

Selbst der Vogelbauer von Max, der ziemlich hoch stand, war kein Hindernis um dort nachzuschauen was der Flattermann für Extrawürstchen bekam. Sie muß wie eine kleine Bergziege hochgeklettert sein nur herunter kam sie nicht mehr, deshalb haben wir entdeckt welche Blüten Julia’s Neugierde treibt. Sie saß da in dem für sie zu engen Vogelbauer und blubberte vor sich hin.

Schade das ich diese Szene nicht gleich fotografiert habe, aber es war zuerst wichtig sie aus ihrer Not zu befreien. Wenn sie gesprungen wäre aus ca. 1,50 m Höhe, die Folgen wären tragisch für sie und für uns. Also nahm ich die kleine Fellkugel und sie schmiegte sich gleich in den Arm. Ein Blick in den Napf vom Max genügte um zu sehen das ihr die Hirse gemundet hatte. Max saß während Julia’s Invasion oben auf seinem Vogelbauer und guckte irritiert mit schräg gehaltenem Kopf auf den “komischen Vogel” in seinem Heim herunter.

Solch einen riskanten Ausflug hat sie sich zum Glück nicht mehr getraut.

© 2006  Liv Ryno

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